Pirmin Breu – ein Leben voller Kunst

Der schweizer Streetartist Pirmin Breu

wurde 1972 in Baden geboren. Schon in seiner Kindheit war er kreativ und brachte mit Farben und Stiften seine Eindrücke zu Papier. Pirmin wuchs in dem Dorf Muri auf, wo er im Alter von 16 erste Berühmheit erlangte: Ende der 80er Jahre besprühten er und seine Freunde illegal Wände mit Graffiti.

© Pirmin Breu

© Pirmin Breu

Pirmins nächtliche Aktivitäten endeten, als die Polizei vor der Tür stand. Doch seine Begeisterung für Sprühdosen behielt er. Zum Glück – denn heute ist Breu ein bekannter und gut vernetzter Künstler, der in seinen Arbeiten auch sozialpolitische Themen aufgreift und gern mit Jugendlichen und Kindern arbeitet. Und von den illegal gesprühten Graffiti musste nur ein einziges entfernt werden, denn die Eigentümer der Wände erkannten schon damals den künstlerischen Wert der Graffiti.

© Pirmin Breu

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Pirmin Breu blieb seiner Kreativität treu

Er nahm in seiner Jugend an Graffiti-Events teil und besprühte – diesmal legal – Unterführungen und Wände in seiner Heimatgemeinde. 1993 schloss er seine Lehre als Schriften- und Reklamemaler ab. In dieser Zeit entdeckte er Leinwände und PVC als Arbeitsfläche und experimentierte mit Schablonen, Pinsel und verschiedenen Farben. Breu wünschte sich, eines Tages von seiner Kunst leben zu können. Seine unermüdliche Arbeit ließ seinen Traum Wirklichkeit werden: Trotz einiger schwieriger Zeiten verdient er heute sein Geld als freischaffender Artist.

Sozialpolitische Botschaften

Der schweizer Künstler lebte zwischen 1995 und 1996 in San Diego, wurde Mitglied des Art Institute und lernte viele einheimische Künstler kennen. Und er protestierte: mit Farbe gegen den US-amerikanischen Umgang mit lateinamerikanischen Flüchtlingen. Dazu bemalter er die Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA. In einer zweiten Aktion 2010 hinterließ er eine weitere, großformatige Botschaft auf der Mauer.

© Pirmin Breu

© Pirmin Breu

1997 zog Breu nach Mexico City. Breu war fasziniert von der Art, wie zeitgenössische mexikanische Maler sozialpolitische Themen aufgreifen und Kritik an Regierung und Gesellschaft üben. Diese Erfahrungen prägen seine Arbeiten noch heute und bestärkten sein sozialpolitisches Engagement, was sich schon seit seinen frühen Schaffensjahren in seinen Werken widerspiegelt. Pirmin Breu reiste weitere Male in die USA und nach Südamerika, um Kultur und Kunst kennenzulernen und Inspiration zu finden. Die Eindrücke seiner Kubareise verarbeitete er unter dem Titel “Zu tief ins Herzen des Landes geblickt”. 2007 wurde Breu von Pink Floyd angefragt, das 7 Meter lange Schwein “Algie” zu besprühen. Es flog während der Europatournee über das Publikum der Rockband. 2012 wurde der Künstler von der Schweizer Botschaft und dem thailändischen Königshaus zur Ausstellung “80 Years Thai-Swiss Diplomatic Relations” in Bangok eingeladen. Dort repräsentierte er zusammen mit der Künstlerin Liliane Zumkemi die Schweizer Kunstszene. Breu zeigte fünf, eigens für den Anlass entstandene Bilder.

© Pirmin Breu

© Pirmin Breu

Pirmin arbeitet meist mit Spraylack, Airbrush und Schablonen auf verschiedenen Untergründen wie Leinwand und Holz. Auch Skulpturen zählen zu seinem Schaffensbereich. Charakteristisch für seine Werke sind kunstvolle Strichfiguren, die in vielen seiner Arbeiten auftauchen. Breus farbenfrohen Bilder zeichnen sich durch Detailreichtum und klare Linien und Formen aus. Und trotz teils knalliger Farben und verspielter Motive wirken seine Bilder nicht überladen. Sie lassen eine ausgeglichene, sensible Persönlichkeit und einen Künstler mit großem Herz vermuten. Breus Botschaften hinterfragen oft gesellschaftliche Werte und Normen, ohne dabei anstößig zu wirken. Sie besitzen eine eigene Seele, viel Lebendigkeit und Leidenschaft. Und sie besitzen die Fähigkeit, tief in das Bewusstseins des Betrachters vorzudringen und ihm die Augen zu öffnen – für eine Welt, die gut, aber an vielen Stellen noch sehr verbesserungswürdig ist.

Der Künstler engagiert sich auch sozial

Er gibt Graffiti-Unterricht an Schulen und möchte die Kreativität von Kindern und Jugendlichen fördern. Breus Arbeiten finden in den Medien immer wieder Aufmerksamkeit. Interviews, Zeitungsberichte und Fernsehsendungen berichten über Leben und Wirken des Künstlers.

© Pirmin Breu

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Die Zukunft

Anfang 2015 verlässt der Breu sein Atelier in Wohlen, da das Grundstück verkauft wurde und der Mietvertrag ausläuft. “Wo es hingeht, weiß ich noch nicht. Ich werde aber öfters wieder ins Ausland gehen: Californien, Thailand, Argentinien und Paris – um einige Ideen aus meinem Kopf noch in die Tat umzusetzen und meinem inneren Horizont genug Platz zu bieten.”

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