Tasso – Sprayer aus Leidenschaft

Die Anfänge: Viel Kreativität, aber keine Sprühdosen

Die meisten Graffiti-Sprayer fangen in ihrer frühen Jugend mit dem Malen an. Meist schläft das Interesse an der Sprühkunst später ein. Doch bei Jens Müller – alias Tasso – war das anders. Der 1966 geborene Künstler interessierte sich zwar seit seiner Kindheit für Graffiti. Doch richtig los legte er erst mit 25 Jahren – dafür mit umso größerem Erfolg.

© Tasso

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Jens Müller wuchs in Meerane im Landkreis Zwickau auf. Graffiti gab es dort zu Zeiten der DDR nicht. Doch trotzdem kam er mit Graffiti in Kontakt: Der amerikanische Film »Beatstreet« und die Dokumentation »Style Wars« inspirierten ihn. Die Filme vermitteln das Lebensgefühl der New Yorker Graffitisprüher und ließen Jens Müller früh zu der Überzeugung kommen, dass er genau das tun möchte. Sein erstes illegales Bild schuf der Sprayer – damals noch unter dem Synonym »Geshway« – im Jahr 1991.

Es folgte eine lange kreative Pause und der Schritt ins Berufsleben. Seine Graffititräume wurden durch das DDR-Regime vorerst zerstört, als es Spraydosen verbot. Aber Jens Müller wünschte sich für sein Leben etwas anderes als nach abgeschlossener Fleischerlehre in Fleischfabriken und auf Baustelle zu arbeiten.

Schließlich fiel die Mauer. Ab 1994 sprayte der Künstler legal und erhielt erste bezahlte Aufträge. Talent und unermüdliche Arbeit ermöglichten es ihm, sich im Jahr 2000 als freiberuflicher Künstler selbstständig zu machen. Ein Jahr später gründete er die Crew Ma’Claim. Er experimentierte auch mit Öl und Airbrush, doch sein Hauptarbeitsmittel blieb die Sprühdose.

© Tasso

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Eine oft erzählte Anekdote

Das Synonym Tasso leitet sich von dem Name des früheren Familienhundes »Dasso« ab. Die Geschichte besagt, dass Tassos Freunde in manchen Momenten – meist nach durchzechten Nächten – eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Familienhund erkannten. Als der Künstler irgendwann feststellte, dass der Tag »Geshway« zu lang zum sprayen war, übernahm er seinen Spitznamen als Graffiti-Tag. Die zwei aufeinanderfolgenden »s« stellten bei der Gestaltung von Schriftzügen eine Herausforderung dar, machten seinen Namen aber umso einzigartiger.

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Graffoto: Tassos Style

Heute ist Jens Müller ein international anerkannter und gefragter Künstler. Er perfektionierte seinen fotorealistischen Stil, den er selbst Graffoto nennt. Die oft großformatigen Bilder wirken überzeugend realistisch und sind beeindruckend in ihrer Wirkung. Tassos Werke sprechen für sich und zeugen von einem hohen Maß an Perfektion, Kreativität und Geduld. Neben Graffoto malt der Künstler auch Charaktere, Tags und Schriftzüge.

 

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Jens Müller stellt seine Arbeiten international aus. Sie waren unter anderem schon in China, Südafrika, Schweiz und Mexiko zu sehen. Über die Arbeiten, die zusammen mit seiner Crew entstanden, erschien 2006 das Buch »Ma`Claim – Finest photorealistic Graffiti«. Tasso sprüht leidenschaftlich gerne und freut sich immer wieder, seine Kreativität und seine Ideen in Aufträgen umzusetzen.

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